Gesprächsstrukturen
Konkrete Rahmen für häufige Feedbacksituationen. Nicht als starre Skripte, sondern als flexible Orientierung, die sich an die Situation anpasst.
Warum Strukturen helfen
Unter Druck greifen Menschen auf das zurück, was sie kennen. Ohne bewusst eingeübte Gesprächsstruktur ist das meistens das Muster, das sie als Kind gelernt haben.
Gesprächsstrukturen sind keine Einschränkung der Authentizität. Sie sind ein Gerüst, das die Kapazität freisetzt, wirklich zuzuhören, statt die ganze kognitive Energie darauf zu verwenden, die nächste Formulierung zu finden.
Vier Kernstrukturen
Die Beobachtungsstruktur
Für Feedback zu konkretem Verhalten, das beobachtet wurde. Die Struktur trennt sauber zwischen dem, was passiert ist, und der Wirkung, die es hatte. Keine Interpretation, keine Absicht.
Konkrete Situation benennen, ohne zu bewerten
Beobachtbares Verhalten beschreiben
Wirkung auf die eigene Person oder das Ergebnis schildern
Raum für die Perspektive der anderen Person öffnen
Die Entwicklungsstruktur
Für Entwicklungsgespräche, in denen Feedback Teil eines längeren Gesprächs ist. Geeignet für Mitarbeitergespräche, Jahresgespräche und Situationen, in denen Feedback und Zukunftsperspektive zusammengehören.
Stärken konkret benennen und verankern
Entwicklungsfeld einführen ohne Vorwurf
Gemeinsam Möglichkeiten erkunden
Konkrete nächste Schritte vereinbaren
Die Kollegialstruktur
Für Feedback unter Gleichrangigen. Besonders wichtig, weil hier keine formale Autorität den Rahmen setzt. Die Struktur gibt dem Gespräch Halt, ohne eine Hierarchie zu implizieren.
Einverständnis für das Gespräch einholen
Eigene Perspektive als solche kennzeichnen
Rückmeldung ohne Lösungsvorschlag formulieren
Die Deeskalationsstruktur
Für Situationen, in denen bereits Spannung besteht. Wenn das Gespräch unter Druck stattfindet oder in einem Kontext, wo die Beziehung belastet ist. Diese Struktur priorisiert Sicherheit vor Vollständigkeit.
Gemeinsamen Boden herstellen
Eigene Absicht transparent machen
Einen Aspekt ansprechen, nicht alle
Folgegespräch vereinbaren, wenn nötig
Strukturen sind Ausgangspunkte
Im Kurs werden diese Strukturen nicht auswendig gelernt. Sie werden so oft geübt, bis sie sich natürlich anfühlen. Der Punkt ist nicht, einen Ablauf zu memorieren, sondern ein inneres Gespür dafür zu entwickeln, welche Art von Gesprächsrahmen in welcher Situation trägt.
Wer die Strukturen verinnerlicht hat, braucht sie nicht mehr bewusst abzurufen. Sie werden zu einem Teil des eigenen Gesprächsstils, der sich situativ anpasst.
Das braucht Zeit. Und Übung. Deswegen sind die Kurse so aufgebaut, wie sie aufgebaut sind.
Diese Strukturen im Kurs erarbeiten
Im Gruppenprogramm werden diese und weitere Strukturen gemeinsam erarbeitet, geübt und auf die eigene Situation angepasst.
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